Kuchen und tartes

Brunsviger Schnecken Cake

Mann: „Wollen wir auch mal nach Dänemark?“ – Ich: „Näääää, was sollen wir denn in Dänermark?!?“ So oder so ähnlich klang es jedesmal, wenn wir auf der A7 Richtung Norden zwischen den ganzen Dänemarkurlaubern im Stau standen. Urlaub in Dänemark? Ist doch was für totale Spießer. Blockhütten reihen sich nacheinander in irgendeiner künstlich erbauten Feriensiedlung und man sitzt den ganzen Tag dort in der Bude und schmeißt die Sauna an, die selbstverständlich in jeder Hütte vorhanden ist. Und überhaupt: Wenn ich ans Meer möchte, dann kann ich auch die einheimischen Strände besuchen oder gleich in den Süden fahren. Da ist wenigstens warm, denn im Norden kann es doch nur kalt sein. Und das ganze auch noch mit einer zweiten Familie mit zwei weiteren Kindern. Niemals – da werde ich mich doch nach zwei Tagen im Meer versenken.

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Das waren so meine Gedanken, als wir gefragt wurden, ob mit nach Dänemark wollten, dann würde man ein etwas größeres Ferienhaus mieten. Mein Mann war natürlich voll dafür, schließlich will der mich ja schon seit etlichen Jahren dazu überreden. Und dann wären da noch die zwei anderen Kinder, die nur 1-2 Jahre älter als unsere Tochter sind. Sie würde sich dann nicht so langweilen und hätte andere Kinder, die sie auch kennt, zum spielen. Also sagte ich letztendlich doch zu, muss aber gestehen, dass ich mich richtig doll gefreut hab.

Blaubeer Bananen Pancakes

Und zwei Erkenntnisse konnte ich letztendlich ziehen. Erstens, dass man sich Urlaub mit einer zweiten Familie gut überlegen muss und zweitens, dass Dänemark ein wunderschönes Urlaubsland ist. Nachdem wir es geschafft haben uns einige Tage doch mal von den anderen abzuseilen, war ich ganz verzaubert von der Landschaft und den Menschen. Ich kann gar nicht mehr zählen in wie vielen Trödelläden und Keramikgalerien wir waren. Ich hatte zwischenzeitlich den totalen Tunnelblick aufgrund so vieler hübschen kleinen Läden.

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Total habe ich mich in das Kermaikcafé Møllehuset, was sich etwas abseits bei einer wunderschönen alten Windmühle und in dem sich auch eine Keramikwerkstatt befindet, verliebt. So sehr, dass wir da gleich zwei Tage hintereinader da waren.

Den Tipp hatten wir von einer netten Dame, die ihren kleinen Trödelladen direkt an einer Landstraße hatte. Als wir auf dem Weg nach Skagen waren, hab ich den während der Autofahrt entdeckt und mein Mann hat mit einem mehr oder minder riskanten Fahrmanöver am Straßenrand geparkt und ich konnte so ein bisschen stöbern gehen.

So viele tolle Dinge, die das Herz eines jeden Foodbloggers höher schlagen lassen. Ich hatte schon schon wieder diesen Tunnelblick und musste mich ein bisschen (sehr) zusammenreißen, um nicht in einen Kaufrausch zu verfallen. Schließlich war unser Auto bis oben hin voll gepackt, da konnte ich nicht für noch zusätzliches Gepäck sorgen.

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Auf den Rückweg zurück ins Ferienhaus haben wir noch einen Abstecher in das Café gemacht. Als wir auf diesen kleinen Schotterparkplatz fuhren, war ich echt erstaunt, dass da schon so einige Autos standen. Ein Blick in Richtung Café verriet mir warum. Am Baum hing eine kleine Holzschaukel, die umgebaute Scheune und die alte Mühle im Hintergrund – so romantisch!

Innen ist das Café schön hell und so süß eingerichtet, alte Möbel bunt, aber sehr geschmackvoll, zusammengestellt. Von dort kann man einen kleinen Blick in die kleine Keramikmanufaktur werfen, in der Teller und Tassen (die man im Café direkt erwerben konnte), auf dem Kuchen und Kaffee serviert werden, hergestellt werden.

Da bekommt das Wort „homemade“ eine ganz neue Bedeutung. Die Kuchenauswahl ist klein aber wirklich sehr fein und selbstgebacken – soooo lecker. Man fühlt sich garnicht, als wenn man in einem Café sitzen würde, sondern eher als wäre man bei Freunden zu Gast.

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Das Besitzerpärchen ist unglaublich nett, beschrieben jeden Kuchen und hatten auch sonst noch so den einen oder anderen Tipp für die Umgebung. Beim ersten Besuch hatte ich ein Stück Kladdkaka (schwedischer Schokokuchen) mit Vanillie Eis und marinierten Beeren (boah – ein Traum!) und beim zweiten Besuch wollte ich dann unbedingt den Brunsviger (eine Art dänischer Butterkuchen) probieren, der das Mal davor schon weg war und den, wie uns erzählt wurde, es zum Geburtsag gibt. Wer Lust hat, das mal zu googlen, sieht dann, dass der oft auch in Form eines Männchen gebacken wird.

Beim Keramikgeschirr musste ich mich auch leider zurückhalten, zum einen hatte ich zu dem Zeitpunkt schon so einiges erworben und zum anderen hätte es ein bisschen mein Budget gesprengt. Jetzt im Nachhinein bin ich schon ein bisschen traurig.

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So, und um euch (und auch mir) ein bisschen Dänemark nach Hause zu bringen, gibt es heute auch bei mir Brunsviger, zwar nicht nach dem Rezept der Bäckerin im Møllehuset und Originalform, aber auch sehr lecker. Mir war nach etwas gerollten und ich wollte es einfach wieder ein bisschen anders machen.

Die Rezepte, die ich im Internet gefunden hatte, unterscheiden sich meist nur in der Hefemenge. Bei einigen Rezepten wird noch gemahlener Kardamon angegeben, allerdings hatte ich den nicht heruasgeschmeckt und somit ohne gebacken. Letztendlich habe ich micht für dieses Rezept (*klick) entschieden und nur die Mengen halbiert.

Für eine Pieform (Ø 26 cm) benötigt man:

  • 1 Ei
  • 250 g Mehl
  • 20 g Frischhefe (1/2 Würfel)
  • 125 ml Milch
  • 15 g Zucker (1 EL)
  • 50 g + 75 g (+etwas) Butter
  • 75 g Vollrohrzucker (Muscovado Zucker)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung: 

  1. Milch und Zucker lauwarm erhitzen. Hefe in der Milchmischung auflösen.
  2. Mehl und Salz vermischen.
  3. Hefemilch, 50 g weiche Butter und Ei hinzufügen. Mit der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeiten und zu einer lockeren Kugel formen. Der Teig ist sehr weich und etwas klebrig. Ggf. etwas Mehl hinzufügen, damit der Teig so gerade nicht mehr klebt (nicht zu viel, der Teig sollte schön weich bleiben).
  4. An einem warmen Ort zugedeckt etwa 30-40 Minuetn gehen lassen.
  5. Währendessen 75 g Butter und den Vollrohrzucker unter ständigen Rühren in einem Topf aufkochen lassen. Der Zucker sollte aufglöst und die Masse zähflüssig.
  6. Die Arbeitsfläche ordentlich bemehlen und den Teig auf der Arbeitsfläche zu einem Rechteck (ca. 20 cm x 25 cm) formen.
  7. Die Butter-Zucker-Mischung auf den Teig geben und gut verteilen.
  8. Den Teig von der langen Seite aufrollen.
  9. Die Teigrolle in etwa 3 cm dicke Scheiben schneiden und in die gebutterte Pieform legen. Nochmals mit einem sauberen Tuch abdecken.
  10. Anschließend Ofen auf 190° (Umluft) vorheizen.
  11. Sobald der Ofen die Temperatur erreicht hat den Kuchen in den Ofen schieben.
  12. Ca. 25 Minuten backen und falls die Schnecken drohen, zu dunkel zu werden, nach ca. 15-20 Minuten mit Alufolie abdecken.
  13. Auskühlen lassen und mit etwas geschlagener Sahne servieren.

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