Teig

Klassisch Selber Machen Franzbrötchen

Nennen Sie mir ein/zwei/drei Stärken von Ihnen!“ Eine ganz typische Frage in einem Bewerbungsgespräch. Nachdem man diese genannt, auch mit Beispielen aus seiner bisherigen beruflichen Laufbahn belegt und somit die Frage souverän gemeistert hat, folgt auf dem Fuße „Nennen sie mir eine Schwäche von Ihnen!“. Die „Kunst“ besteht darin die vermeintlichen Schwächen in Stärken umzuwandeln. Meine Lieblingsantwort darauf ist, dass ich manchmal zu abwartend bin. Wenn ich vor einem Problem stehe, bin ich oft so vertieft in der Lösungsfindung, dass ich erst später einfällt, dass ich einen Kollegen hinzuziehen könnte. Und dann kommt noch was dazu, dass man in der Vergangenheit daraus gelernt hat, nennt noch hier und da ein Beispiel aus seiner bisherigen beruflichen und so weiter und sofort. Kam bisher immer super an, weil wohl die meisten immer gerne Ungeduld nennen.

Franzbroetchen_7

Und wo wir gerade bei Stärken und vermeintlichen Schwächen sind, die Franzbrötchen haben so einige von mir abverlangt: Ausdauer, Geduld, Ehrgeiz, Verbissenheit und auch ein bisschen Leidensfähigkeit. Alles fing letzte Woche mit meinen Brunch an. Obwohl ich das ja nun überhaupt nicht muss, weil ich ja in Hamburg wohne und es an jeder Ecke Franzbrötchen zu kaufen gibt, die auch richtig lecker sind, wollte ich selbstgebackte Franzbrötchen servieren, so „richtige“ aus Plunderteig. Ich habe noch nie Plunderteig zuvor hergestellt. Aber was sowas angeht bin ich ja immer ganz schön zuversichtlich.

Mein erster Versuch: Baguettes

Aber hätte ich mich vorher schon mal dran probiert, dann wüsste ich, dass Plunderteig eine richtiges Missding ist. Die Unberechenbarkeit von Hefeteig und die Wärmeempfindlichkeit von Mürbeteig. Ich würde nicht sagen, dass die Franzbrötchen misslungen war. Die sind gut weggegangen, aber hatten sowohl optisch als auch geschmacklich Luft nach oben. Jaaa, aber sowas kann ich nicht auf mir sitzen lassen, hab die ganze letzte Woche diverse Rezepte im Internet gewälzt und etliche Ladungen Franzbrötchen gebacken. Letztendlich habe ich mich hauptsächlich an diesem und diesem Rezept orientiert.

Franzbroetchen_3

Abgesehen davon, dass mich dieser Plunderteig fast in den Wahnsinn getrieben, war die ganz Aktion irgendwie bescheuert. Die Aussage „Backen entspannt mich“ traf da mal so gar nicht zu. Im Gegenteil, wenn man während des Abendessenkochen auch noch ein Hefeteig ansetzt, nach dem Abendessen die Butter einarbeitet, im Stundentakt den Teig faltet und sich den Wecker eine Stunde früher stellt, um die Plunderteile fertigzustellen, würde ich sagen, dass das alles andere als ein entspanntes und entspannendes Hobby ist. Eine Woche lang gab es für mich und die Kollegen mehr oder minder geglückte Franzbrötchen zum Frühstück. Und war ich echt am Überlegen, ob das Ergebnis bloggenswert ist. Aber ich habe jetzt beschlossen ein wenig mutig zu sein (na ja so mutig ja auch nicht – ich hatte ja auch positives Feedback auf Instagram bekommen) und zeige auch mal ein nicht so perfektes Ergebnis.

Für ca. 5-6 Franzbrötchen benötigt man:

  • 250 g Mehl (Typ 550)
  • 10 g Frischhefe
  • 100 ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 30 g Zucker
  • 30 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 halbes Paket Butter (125 g)
  • 80 g Zucker
  • 1 TL Zimt
  • etwas Orangensaft

Zubereitung:

  1. Für den Hefeteig Mehl und Salz mischen
  2. Milch und 30 g Butter erwärmen bis die Butter geschmolzen ist.
  3. Zucker hinzufügen und verrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  4. Das ganze abkühlen lassen bis sich die Mixtur nur noch lauwarm ist.
  5. Hefe darin auflösen und mit dem Eigelb zum Mehl geben.
  6. Zu einem glatten Teig verkneten.
  7. Den Teig mit etwas Mehl bestäuben und mit einem sauberen Küchentuch bedeckt im Kühlschrank ca. 2 Stunden gehen lassen.
  8. Das Butterpaket (250 g) halbieren und eine Hälfte zwischen zwei Lagen Backpapier 1 cm dick ausrollen (ca. 15 x 15 cm).
  9. Die Butterplatte ebenfalls kaltstellen.
  10. Den Hefeteig ausrollen (ca. 25 x 35 cm).
  11. Die Butterplatte in die Mitte vom Teig legen und mit dem Teig einschlagen (hier gibt es eine sehr schöne Bebilderung).
  12. Die Butter-Teig-Platte ca. 1-1,5 cm dick ausrollen und eine Drittel des Teigs zur Mitte falten und dann die andere Seite darüber schlagen (dass 3 Lagen entstehen).
  13. Den Teigrolle in Klarsichtfolie schlagen und 30 Minuten im Kühlschrank legen.
  14. Den Teig erneut 1-1,5 cm dick ausrollen und falten.
  15. Wer mag wiederholt dies noch mal – ich war zu faul (und es war schon wieder so spät).
  16. Den Teig wieder in Klarsichtfolie schlagen und für ca. 8-10 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
  17. Den Backofen auf 200° C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  18. 80 g Zucker mit Zimt mischen.
  19. Den Teig ca. 1 cm dick ausrollen und mit Orangensaft bestreichen.
  20. Mit Zucker-Zimt bestreuen.
  21. Den Teig von der langen Seite aufrollen.
  22. Die Teigrolle in ca. 4-5  cm dicke Abschnitte teilen.
  23. Mit der „Naht“ nach unten auf das Backblech setzen und mit einen Kochlöffelstiel kräftig in die Mitte des Teigstücks drücken.
  24. Ca. 25 Minuten backen.

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