Teig

Mein erster Versuch: Baguettes

Ich leide hin und wieder unter Schlaflosigkeit. Und bevor ich mich im Bett hin- und herwälze, stehe ich lieber nochmal auf und surfe durch das World Wide Web oder bastele neuerdings an meinem Blog, jetzt wo ich einen hab. Allerdings bin ich auch gar nicht so HTML-bewandert, so dass ich gerne Tante Google um Hilfe frage. Und so lande ich auf diversen Blogger-für-Blogger-Blogs, arbeite mich durch diverse Tutorials, lese Kommentare, besuche die Blogs der Kommentatoren, klicke mich durch Blogrolls u.s.w. Und so kam es, dass ich bei einer Foodbloggerin, wie sie sagt, der ersten Stunde lande, Zorra von 1 x umrühren aka Kochtopf. 10 Jahre bloggt sie schon, ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall.
Und seit 7 Jahren wird monatlich unter einem bestimmten Motto am Bread Baking Day, den sie ins Leben gerufen hat und der eigentlich einen ganzen Monat lang ist, gemeinsam Brot gebacken. Im März ist Karin von Food for Angels and Devils Gastgeberin und sucht The ultimate Baguette recipe.

Baguette1

Ich bin eh schon leicht frankophil veranlagt und liebe französisches Baguette. Mit dick Butter bestrichen und Meersalz bestreut zu einer großen Schale Milchkaffee wird ein Baguette zu meinem perfekten Frühtück, selbst ein Crossiant kann da meinetwegen einpacken. Es wurde also höchste Zeit für mich, endlich mal ein Baguette zu backen.
Was vielleicht nicht alle wissen, ist, dass die Franzosen während ihrer Kolonialherschafft das Baguette nach Vietnam, dort genannt Bánh Mì, gebracht haben. Es ist die Basis diverser leckerer Sandwiches und erfreut sich in den USA, aber auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Und ich wollte so ein vietnamesisches Baguette backen, es ist innen fluffiger und hat außen ein dünnere Kruste. Ich habe das Rezept von Helen (wer sich für authentische vietnamesische Küche interessiert, sollte da mal vorbeischauen) ein wenig abgeändert, auch habe ich den Teig nicht so wie sie bearbeitet.

Baguette5

Tagliatelle mit Maronen, Speck und Salbei [1+1 Reihe]

Für 3 kleine Baguettes benötigt man:

  • 260 g Weizenmehl Typ 550
  • 180 ml lauwarmes Wasser
  • 6 g Trockenhefe
  • 6 g Salz

Herstellung:

  1. Hefe in Wasser auflösen.
  2. Die Hälfte des Mehls dazugeben und gleichmäßig verührren, den Vorteig ca. 2- 3 Stunden mit einem Küchentuch bedeckt ruhen lassen.
  3. Das restliche Mehl mit Salz vermischen, hinzufügen und mit einem Holzlöffel zu einen glatten Teig verarbeiten. Der Teig sollte aber nicht zu länge bearbeitet werden und schön weich bleiben. Wenn der Teig sehr klebrib ist, ein wenig Mehl dazu geben.
  4. Teig zu einer Kugel formen und ca .eine Stunde ruhen lassen. Während dieser Zeit alle 20 Minuten (insgesamt also 3 mal) den Teig falten, d. h. die Teigkugel mit der Hand zu einen Rechteck flachdrücken und die Ecken zur Mitte falten (Aurelie hat den Vorgang sehr schön bebildert).
  5. Anschließend den Teig in drei Teile schneiden und die Schnittseite nach außen „stülpen“ und zu einer Kugel formen.
  6. Die drei Teigkugeln nochmals zugedeckt ca. 10 Minuten ruhen lassen.
  7. Anschließend aus den Teigkugeln kleine Baguettes formen und erneut ca. 10-15 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
  8. Ein Backblech mit Wasser unten in den Ofen legen und den Ofen auf 240° C (O-/U-Hitze) vorheizen.
  9. Die Baguetterohlinge mit einem sehr scharfen Messer mehrmals einschneiden und mit Wasser besprühen und ca. 10 Minuten backen.
  10. Dann die Baguettes nochmals mit Wasser besprühen und 10 Minuten weiterbacken (also insgesamt 20 Minuten).

Also ich bin ganz zufrieden mit dem Resultat, obwohl es kein Bánh Mì geworden ist, die Kruste war  ziemlich ausgeprägt, was ich aber auch sehr lecker finde. Dafür habe ich die Baguettes wahrscheinlich zu dünn geformt. Die Kruste war schön kross und innen war das Baguette schön weich und fluffig. Die Porung war sehr unregelmäßig, zum Rand hin großporig und zur Mitte hin kleinporig, der kleinporige Anteil war mir allerdings noch etwas zu groß. Die Schnitte werde ich das nächste mal tiefer und länglicher machen, ich fand die Optik nicht so baguettemäßig. Außerdem werde beim nächsten Mal weniger Hefe nehmen, ich fand den Geschmack irgendwie ein wenig zu hefig. Aber es war trotzdem lecker und ich konnte gerade noch für die Fotos zwei kleine Baguettes vor meinem Töchterchen retten, sie fand es nämlich köstlich.

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